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Was erwartet uns im „Metaverse“?

Das Metaverse ist momentan in aller Munde. Aber was ist eigentlich der Sinn und Zweck dahinter? Wer sind die Hauptakteure, und wie sehen ihre Pläne aus? Welche Möglichkeiten bringt die Entwicklung für eine Vermarktung im Internet mit sich?

 

Zumeist sind es skurrile Schlagzeilen, die uns in diesen Tagen zum Thema Metaverse begegnen: Da werden virtuelle Straftaten begangen oder Ehen zwischen Avataren geschlossen, und virtuelle Grundstücke wechseln für reale Millionenbeträge die Besitzer. Überhaupt sind die Investitionen digitaler Unternehmen in die virtuellen Online-Räume, die wir als Metaverse zusammenfassen, gewaltig. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sogar seine ganze Unternehmensgruppe in Meta umbenannt, so stark ist sein Glaube an eine goldene Zukunft im virtuellen Parallel-Universum. Das macht natürlich neugierig.

 

Was also ist das Metaverse?

Neben Zuckerbergs „Horizon Worlds“ gibt es weitere große Metaverse-Projekte wie „The Sandbox“ und „Decentraland“, in denen man mit jeweils eigenen Kryptowährungen digitale Grundstücke kaufen und so Sichtbarkeit im virtuellen Raum erwerben kann. Neben Markenartiklern wie Adidas, die virtuelle Stores planen, oder auch Ländern, die wie Barbados eine Botschaft im Metaverse eröffnen, sind hier bislang vor allem digitale Immobilien-Spekulanten wie die Firma „Republic Realm“ unterwegs, die Millionen in prestigeträchtige Cyber-Locations investieren.

 

Die großen Player am Digitalen Markt wollen alle ein Stück vom Metaverse-Kuchen abhaben und arbeiten an jeweils eigenen Schnittstellen in die virtuelle Arbeits- und Freizeitwelt. Apple und Google setzen unter anderem auf AR- und VR-Brillen, mithilfe derer man in die virtuellen Welten eintauchen kann. Microsoft stellt mit „Mesh“ virtuelle Meeting-Räume zur Verfügung, in denen man sich wahlweise als Hologramm oder Avatar begegnen kann, ohne in der echten Welt reisen zu müssen. Apples Memojis bieten bereits einen Vorgeschmack darauf, wie unsere digitalen Stellvertreter im Metaverse aussehen könnten.

 

Wie könnte die Nutzung aussehen?

Diese Repräsentation im virtuellen (Meeting-)Raum ermöglicht es uns nicht nur, mit oder ohne eingeschaltete Kamera in Echtzeit an ortsungebundenen Meetings teilzunehmen, sondern dort auch mit virtuellen Statussymbolen aufzutrumpfen. Denn neben der Möglichkeit, im Metaverse auf virtuelle Shopping-Touren für uns selbst zu gehen, können wir dort auch unsere Avatare mit Markenkleidung und Luxusartikeln ausstatten, die sie dann bei virtuellen Meetings zur Schau stellen.

 

Das klingt alles erstmal wenig verlockend oder revolutionär. Die Marktforschung geht aber dennoch davon aus, dass jeder vierte Mensch bis 2026 mindestens eine Stunde täglich im Metaverse verbringen wird. Jeder dritte Deutsche kann sich zumindest vorstellen, dort in Zukunft einzukaufen.

 

Der entscheidende Faktor für den Erfolg des Metaverse scheint die Entwicklung neuer Schnittstellen zu sein, die wir zukünftig anstelle von Tastatur und Maus verwenden werden, damit die Übergänge zwischen realer und virtueller Welt fließend verlaufen. Man stelle sich zum Beispiel eine Brille vor, die uns Öffnungszeiten und Angebote eines Restaurants anzeigt, wenn wir davor stehen, und es uns gegebenenfalls virtuell betreten lässt.

 

Wird die digitale Aufmerksamkeitsspanne erhöht?

Der für das digitale Marketing spannende Faktor im virtuellen Raum ist natürlich vor allen Dingen die virtuelle Zeit, die ja der realen Zeit entspricht. In Testanwendungen ist es hier bereits gelungen, die Aufmerksamkeit von Besuchern 20 Minuten und länger zu halten. Das klingt im Vergleich zur durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Sekunden in den sozialen Medien natürlich schon revolutionär. Und tatsächlich erscheint es möglich, in einem virtuellen Raum drei- bzw. vierdimensionale Erlebnisse zu schaffen, die eine deutlich intensivere Kommunikation mit potenziellen Kunden ermöglichen. Allerdings werden erst die Zeit und die Gewöhnung an die Möglichkeiten des neuen virtuellen Raums zeigen, welchen Anteil an dieser Aufmerksamkeit die Neugier auf die jetzt noch neuen Technologien ausmacht.

 

Eine traurige Fußnote ist, dass das Engagement von Firmen im virtuellen Raum ihren realen ökologischen Fußabdruck nicht kleiner machen wird. Schon heute verursacht die Nutzung des Internets mehr CO₂-Ausstoß als der globale Flugverkehr. Diese Situation dürfte sich durch den erheblichen Energieaufwand für Rechenleistung, der mit dem Metaverse verbunden sein wird, noch verschärfen.

Kommentare (1)

  • Birgit Scheuch
    am 16.03.2022
    Sehr schön anhand von realistischen Beispielen dargestellt. Alles abgedeckt. Top!

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